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Veröffentlicht am 19.01.2015 von Harry Pfliegl

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Elvis Presley: ein Pionier?

Zwar gilt Elvis Presley, der aus heutiger Sicht eher ein sanfter Rebell war, als Wegbereiter für spätere Musiker wie die Beatles oder die Rolling Stones. Im wesentlichen beschränkt sich die Anerkennung seiner Pionierleistung darauf, dass Elvis „schwarze“ und „weiße“ Musik vereinigt und daraus einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Doch auch in Bezug auf die Bühnenshow und die Vermarktung seiner Songs ging Elvis neue Wege.

Der Showman Elvis

Charakteristisch für die Live-Auftritte von Elvis Presley war der provozierende Hüftschwung, den er bis in die Schlussphase seiner Karriere beibehielt. Dieser war wegen seines offen angedeuteten sexuellen Bezugs in den 1950er Jahren revolutionär, verblasste jedoch angesichts der Shows junger, neuer Bands in späteren Jahren.

Filme kurbeln den Verkauf an

Weil Elvis Mitte der 1950er Jahre auch live in diversen Fernsehshows auftrat, die seine Popularität weiter beförderten, wurden auch Hollywoodstudios auf den jungen Rock´n´Roller aufmerksam. So war Hal B. Wallis, der für alle großen Studios arbeitete und als einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Filmproduzenten der 1940er und 1950er Jahre galt, von Elvis Präsenz schlichtweg begeistert.

Er war ohnehin auf der Suche nach jungen Gesichtern, weil er ein jüngeres Publikum ansprechen wollte. Nach ersten Probeaufnahmen wurden von 1956 bis 1958 mehrere Filme, darunter Love me Tender, Jailhouse Rock – Rhythmus hinter Gittern oder King Creole eingespielt. Insgesamt spielte Elvis bis 1969 in 31 Filmen mit.

Die Filme werden insgesamt von der Kritik eher als unbedeutend angesehen, weil die Rahmenhandlung im wesentlichen nur dazu dient, einige aktuelle Songs von Elvis zu präsentieren. Jedoch nahm das Duo Wallis/Presley damit die Entwicklung hin zum Musikvideo vorneweg, die spätestens seit Michael Jacksons legendärem Video Thriller zu einem zentralen Element der Plattenfirmen werden sollen.

Der Vorläufer der Musikvideos

Lediglich Jailhouse Rock – Rhythmus hinter Gittern wird heute von der Kritik auch als Klassiker des Musikfilms bewertet und wurde 2004 sogar in das National Film Registry aufgenommen, obwohl er nach dem Erscheinen von der Kritik zunächst gnadenlos verrissen wurde. Hauptperson des Films ist Vince Everett, der in einer Bar in eine Prügelei verwickelt wird. Dieser schlägt jedoch so hart zu, dass sein Gegner stirbt und Vince wegen Fahrlässiger Tötung für 14 Monate im Gefängnis landet. Sein Zellengenosse, ein Countrysänger, erkennt das Talent und gibt Vince einen Plattenvertrag. Vince gründet nach der Entlassung mit der jungen Werbeassistentin eine eigene Plattenfirma, wird zum Star, gerät mit seinem alten Gefängniskumpel in Streit und zieht sich bei der anschließenden Schlägerei eine Verletzung am Kehlkopf zu. Nach seiner Genesung wird er schließlich zum gefeierten Star.

Foto: GTS Productions / Shutterstock.com

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